Identifizierung und Generierung
multivariabler Parameter für Bewegungsmodelle maritimer
Objekte
Konzept und experimenteller Test
im Forschungshafen Rostock
MultiMar
Verbundvorhaben
zwischen
der
Universität
Rostock, Institut für Automatisierungstechnik
Center for
Marine Information Systems – CeMarIS
und
der
Hochschule
Wismar, Bereich Seefahrt Warnemünde
Institut
für Schiffstheorie, -Simulation und Maritime Systeme – ISSIMS
Antragsteller: Universität Rostock,
Fakultät für Informatik und Elektrotechnik
Institut für
Automatisierungstechnik
Center for Marine Information Systems
(Koordinator)
Prof. Dr.–Ing. habil.
Dr. h.c. Bernhard Lampe
Dipl.-Ing. Matthias
Wulff
Dipl.-Ing. Martin
Kurowski
Hochschule Wismar,
Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Bereich Seefahrt
Warnemünde
Institut für
Schiffstheorie, -Simulation und Maritime Systeme
Prof. Dr.–Ing. habil. Knud
Benedict
Dr.-Ing. Michael
Baldauf
Dr.-Ing. Michael
Gluch
Laufzeit: 01.01.2009 –
31.12.2010
Mit der Verfügbarkeit
hochgenauer satellitengestützter Positionierungssysteme (Galileo) werden
wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung und Einführung einer völlig
neuartigen Generation von Unterstützungssystemen für die Navigation geschaffen,
welche insbesondere für den operativen Betrieb maritimer Objekte im Hafenumfeld
eingesetzt werden können. Als Einsatzgebiet kommt vor allem einer der
sicherheitskritischsten Reiseabschnitte eines Schiffes, die Ansteuerung des
Hafens und das Anlegen am Liegeplatz in Frage. Adäquate Hilfe liefern Systeme,
welche eine apriorische Unterstützung der Steuerung durch den Schiffsführer in
Form von fundierten Bahn- und Geschwindigkeitsvorhersagen bieten. Ein erstes
Konzept wird in dem laufenden Projekt ZuMANZ verfolgt.
Dabei kann die Unterstützungsleistung bis hin zum Manövrieren mit dem
optimierten Einsatz aller vorhandenen Steueraggregate erfolgen. Daraus ergibt
sich, dass die neue Qualität derartiger maritimer Systeme zukünftig insbesondere
gekennzeichnet sein muss durch:
-
automatisierte,
vom anwendenden Operateur weitestgehend unabhängige Adaption von
Bewegungsmodellen an die jeweilige spezifische Situation
-
die
Nutzung hochgenauer redundanter Messwerte für die Identifizierung
multivariabler, adaptiver und möglichst universeller Bewegungsmodelle
sowie
-
die
permanente Selbstüberwachung der Werte- bzw. Gültigkeitsbereiche von Bewegungsmodellen, welche den Operateur über den
Systemzustand vorausschauend informieren und beraten.
Das
Ziel des Vorhabens ist folgerichtig die Schaffung von geeigneten Voraussetzungen
durch Algorithmen und Verfahren zur Identifikation von Parametern für
computergestützte On-line Manöverberatungen mit
Assistenzsystemen und für automatisierte Steuerungen.
Zur
Messung von Manövrierbewegungen und zum Test für die Verifikation der Verfahren
wird die Infrastruktur im Forschungshafen Rostock (Alegro, SEA GATE) genutzt. Das maritime Fahrzeug ist
ein spezieller vorhandener Geräteträger (MESSIN).
Mit
dem Projekt wird ein substanzieller Beitrag zur Erhöhung der
Küstenverkehrssicherheit und der Schiffssicherheit, zum Schutz der Umwelt und
zur Erhöhung der Effektivität der Hafenprozesse geleistet. Für die beteiligten
Partner in diesem Verbundprojekt ergibt sich die hervorragende Möglichkeit, ihre
Kompetenz auf dem Gebiet der Maritimen Technologien zur Exzellenz auszubauen und
sich eine strategische Position in Bezug auf weitere Forschung und Entwicklung
im nationalen und europäischen Umfeld zu sichern.
Das geplante
Gesamtvorhaben ordnet sich als begleitende Forschungs- und
Entwicklungsmaßnahme zu laufenden und geplanten Projekten in das Vorhaben
„Forschungshafen Rostock“ ein. Ein ergänzender Projektantrag im Rahmen der
Exzellenzinitiative Mecklenburg-Vorpommern wird in diesem Kontext durch das
Schifffahrtsinstitut Warnemünde und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Neustrelitz gestellt. Der Antrag wird als Arbeitsteilung im existierenden
Kompetenzcluster für diese Thematik in MV gesehen. Es wird davon ausgegangen,
dass sich beide Anträge einander bedingen. Die angestrebte und notwendige
Zusammenarbeit wurde durch Aufnahme in dem am 15. Mai 2008 gegründeten
Forschungsverbund "Sichere und wirtschaftlich effiziente Seefahrt" manifestiert.
Das Vorhaben ist betitelt mit „Hochpräzise Lagebestimmung zur Automation der
Bahnführung im Forschungshafen Rostock“. Eine Analyse der experimentell
nachgewiesenen Leistungsfähigkeit sich ergänzender Lösungsansätze in diesem
Kontext (nicht-numerische Modellierung mit stochastischen, neuronalen
Abbildungen im dortigen Vorhaben gegenüber Bewegungsbestimmung und - Prognose
durch Parametrisierung von multivariablen, stark nichtlinearen
Bewegungsgleichungen und deren Linearisierung für die
Automatisierung in diesem Vorhaben MultiMar) ist als
ein wesentliches FuE-Ergebnis anzusehen. Diese Analyse
wird zur begründeten Konzeptauswahl für zukünftige GALILEO-basierte
Produktentwicklungen im Schiffsausrüstungssektor (Navigationskomponenten)
und im Dienstleistungssektor beitragen.