Verbesserung der Sicherheit von Personen in der Fährschifffahrt

Projekt VESPER:
Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist ein integraler Bestandteil des Verbundvorhabens "Verbesserung der Sicherheit in der PERsonenschifffahrt im Fährverkehr - VESPER". Das Verbundvorhaben wurde zur Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Themenfeld "Schutz von Verkehrsinfrastrukturen" konzipiert und wird im Rahmen des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" der Bundesregierung durchgeführt.
Ziel des Teilprojektes "Implementierung störungsfreier Security- steigernder Prozeduren im Hafen- und RoRo-Fährbetrieb" ist die Identifizierung von Potentialen und der Entwurf von Konzepten zur Erhöhung der Sicherheit der Passagiere sowie der technischen Infrastruktur im Hafen und an Bord im RoRo-Fährverkehr unter den Aspekten der "Maritime Security". Gegenstand der Untersuchungen sind insbesondere Maßnahmen, den laufenden Hafen- und Bordbetrieb minimal oder idealerweise gar nicht zu stören. Damit sollen Grundlagen für die Realisierung prototypischer computergestützter Unterstützungssysteme im Bord- und Hafenbetrieb geschaffen werden. Der innovative Charakter der Forschungen ergibt sich aus der notwendigen Zusammenführung bisher separat und autark betriebener Systemkomponenten.
Die meist effiziente Methode zur Beherrschung der Anforderungen in der Schiffssicherheit ist neben dem angeeigneten Wissen die Kenntnisse immer wieder im aktiven Training unter Beweis zu stellen. In der Aus- und Weiterbildung spielen Simulatoren, die die realen Bedingungen an Bord in ihrer Komplexität widerspiegeln, eine immer größere Bedeutung bei der Umsetzung der Anforderungen durch ISM und den ISPS-Code.
Simulatoren haben ihre hervorragende Möglichkeit besonders im Shiphandling Training bereits in den letzten Jahrzehnten unter Beweis gestellt und gewinnen auch im internationalen Maßstab, auch in Drittländern, immer größeren Zuspruch in der Aus- und Weiterbildung. Seit dem letzten Jahr steht ein neuer Typ von Simulatoren zur Verfügung, der die Anforderungen in der Schiffssicherheit und Security umzusetzen vermag. Die Hochschule Wismar nahm Teil an der Entwicklung und des konzeptionellen Designs des von Rheinmetall Defence Electronics (RDE) in Bremen entwickelten Safety und Security Trainers (SST), der als Basismodell zum Training in der Aus- und Weiterbildung an der Hochschule getestet wurde und nunmehr innerhalb des geförderten Forschungsprojektes an der Hochschule weiterentwickelt wird.
In einer Grundversion des Simulators können Aufgaben aus der Schiffssicherheit, wie Brandbekämpfung, Wassereinbruch und Stabilität nachgestellt und simuliert werden, wobei die Einflussgrößen und Parameter vom System wissenschaftlich unterlegt und dem Trainee auf dem Bildschirm angezeigt werden. Der Simulator kann zunächst als Standalone Version genutzt werden, wird aber später mit in den Schiffssimulator am Maritimen Simulationszentrum Warnemünde (MSCW) integriert, so dass die Szenarien entsprechend den realen Bedingungen an Bord in komplexer Bandbreite auf der Brücke (SHS) und im Schiffsinneren (SST) durchgeführt werden können. Die Darstellung auf zwei Monitoren ist in 2D Format möglich und wird zum realitätsnahen Training jetzt auf 3D Darstellung erweitert. Die Grundausstattung mit vier Stationen wird innerhalb des Projektes auf 10 Stationen erweitert, davon zwei Instruktorplätze und 8 Trainee Stationen. Im Zusammenspiel können die Besatzungsmitglieder mit Sicherheitsausrüstung die unterschiedlichsten Szenarien zum Schiffssicherheitstraining an Bord durchführen.
Das Forschungsprojekt VESPER wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Projektträger des Verbundprojektes mit sieben Verbundpartnern ist die VDI Technologiezentrum GmbH, Projektträger Sicherheitsforschung.
Kapt. Dr.-Ing. Chr. Felsenstein
Hochschule Wismar, Bereich Seefahrt Warnemünde
Tel. 0381 - 498-5827
Fax 0381 - 498-5802
Mob. 0171 - 730-4959
e-mail: Dr. Christoph Felsenstein

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